Gedichte

 

 

 

 

Auferstehung

 

Manchmal stehen wir auf

stehen wir zur Auferstehung auf

mitten am Tag

mit unserem lebendigen Haar

mit unserer atmenden Haut.

 

Nur das Gewohnte ist um uns.

Keine Fata Morgana von Palmen

mit weidenden Löwen

und sanften Wölfen.

 

Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken

ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.

 

Und dennoch leicht

und dennoch unverwundbar

geordnet in geheimnisvolle Ordnung

vorweggenommen in ein Haus aus Licht.

 

 

Marie Luise Kaschnitz